Reifenwechsel

Wie sehr ins Detail die Vorbereitung bei der Dakar geht, sieht man an der Entwicklung der Zeiten beim Reifenwechseln.

Reifenwechsel bei der Rallye Dakar

Dakar 2005: „Dirk und Robby haben gestern extra noch einmal Reifen wechseln geübt, weil ein Reifenschaden heute keine Überraschung gewesen wäre. Reifenwechsel schaffen die beiden in weniger als drei Minuten.“

Bei der Dakar 2010 ist der Reifenwechsel in gut 90 Sekunden erledigt, die Zeit für den Reifenwechsel wurde also nahezu halbiert.

Der Wechsel eines der rund 40 Kilo schweren Räder erfolgt dabei nach einer genauen Choreographie. Jeder Handgriff ist festgelegt und trainiert.

So läuft der Reifenwechsel bei einem Race Touareg im Detail ab

Zuerst gilt es, sich startklar zu machen: „Noch während wir einen ebenen Platz zum Anhalten suchen, ziehe ich Handschuhe an, denn die Räder können glühend heiß sein“, erklärt Timo Gottschalk, Copilot von Volkswagen Werksfahrer Nasser Al-Attiyah. „Bei einem Plattfuß hinten rechts reiche ich Nasser den Akku-betriebenen Profi-Schlagschrauber herüber. Bei einem Schaden links tauschen wir alle Aufgaben.“

Sobald das Auto steht, geht es schnell. Der Navigator öffnet die Gurte, springt aus dem Auto, läuft zur Heckklappe, löst eines der zwei bis vier Ersatzräder und bringt es zur rechten hinteren Fahrzeugecke. Unterdessen hat der Fahrer das Rallyeauto mit Hilfe des eingebauten hydraulischen Wagenhebers hochgebockt, die fünf Radmuttern gelöst und das defekte Rad abgenommen. Während der Copilot den platten Reifen im Heck verstaut und das Werkzeug wegpackt, schraubt der Fahrer das neue Rad an. „Das Schwierigste dabei ist, das Rad anzuheben und genau auf die fünf Radbolzen zu setzen, ohne es zu verkanten“, erklärt Nasser Al-Attiyah.

Beide springen zurück ins Cockpit. „1.16 Minuten – das ist unsere Bestzeit, natürlich inklusive Verstauen des Rades und Anschnallen“, erklärt Timo Gottschalk. „Es ist wichtig, unter zwei Minuten zu bleiben – um zu vermeiden, im Staub des nächsten Autos zu fahren und dort weitere Zeit zu verlieren.“ Die Fahrt kann weiter gehen.

Bei der Dakar 2010 kommt ein neuer Reifentyp zum Einsatz, den Volkswagen in Zusammenarbeit mit Partner BFGoodrich entwickelte. Der Basisreifen „All Terrain“ zeichnet sich durch ein besseres Haftungsniveau auf losem Schotter und durch eine bessere Haltbarkeit aus. Dieser Reifentyp wird auch von Konkurrenzmannschaften, beispielsweise dem X-raid-BMW-Team, eingesetzt.

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