Mr. und Mr. Zuverlässig: Underdogs wieder Dakar-Vierte

Arica/Chile Der Underdog hat wieder zugebissen – Giniel de Villiers (Südafrika) und Dirk von Zitzewitz (Karlshof/Deutschland) werden als Gesamtvierte neues Rallye-Dakar-Terrain in Peru erobern. Auf dem abschließenden Teilstück in Chile, das den härtesten Motorsport-Marathon weltweit von Iquique nach Arica gen Norden führte, verbesserten sie sich mit Tagesrang drei im Zwischenklassement um eine Position und rangieren damit nach wie vor weit über den Erwartungen. Die krassen Außenseiter setzten auch auf der zehnten Dakar-Etappe ihre zuverlässige und konstant starke Fahrt fort und vermieden auf schwierigem und materialmordendem Gelände mit Cleverness Schäden an ihrem privat vorbereiteten und eingesetzten Imperial Toyota Hilux. Auch in Sachen Navigation gab sich das Dakar-Sieger-Duo von 2009 keine Blöße, obwohl der Veranstalter A.S.O. (Amaury Sport Organisation) in dieser Hinsicht Schwierigkeiten eingebaut hatte.


Die Route durch die Pampa del Tamarugal verlief zu Beginn in einer Schleife zwischen den Salzformationen des Salar de Llamara im Osten und des Salar Grande im Westen und war zunächst geprägt von hartem Untergrund, der angesichts des allgegenwertigen Gerölls viel Gelegenheit bot, sich die Aufhängung zu beschädigen. Nach 219 der insgesamt 377 Prüfungskilometer stellten Dünen und sandige Pisten Aufgaben an die Teilnehmer, ehe ein erneut Schotter-artiger Schlussabschnitt in Richtung chilenisch–peruanischer Grenze das Finale bildete. Gleich zu Beginn der Wertungsprüfung profitierten de Villiers/von Zitzewitz vom Pech ihres Konkurrenten Krzysztof Hołowczyz im favorisierte X-raid-Mini, der sich im Geröll einen Lenkungsschaden eingehandelt hatte, und übernahmen die vierte Gesamtposition. Von Beginn der Rallye Dakar an rangieren die Underdogs vom Imperial-Toyota-Team damit ununterbrochen in den Top fünf – ein Resultat, das sie sich in kühnen Träumen als Maximalziel erhofft hatten. Damit diese Überraschung aus eigener Kraft auch im Ziel der Dakar gelingen kann, müssen sich de Villiers/von Zitzewitz vier weiteren Etappen in einem Dakar-Neuland und damit schweren Prüfungen für Mensch und Material stellen. Von Donnerstag an steht erstmals in der Geschichte der legendären Wüstenrallye Peru als austragende Nation auf dem Programm und ist damit offiziell das 27. Dakar-Land seit 1979. Der Grundsatz „Erwarte das Unerwartete“ gilt dann im verschärften Maße.

Die Tageswertung entschieden die haushohen Dakar-Favoriten von X-raid-Mini mit einem Doppelsieg – Joan „Nani“ Roma vor Stéphane Peterhansel – für sich. In der Gesamtwertung liegt Peterhansel damit weiter klar auf Siegkurs – etwa 19 Minuten vor seinem Teamkollegen Roma.

Gesamtwertung der Rallye Dakar nach der 10. Etappe
1. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F/F), Mini, 28:41.12 Std.
2. Joan „Nani“ Roma/Michel Périn (E/F), Mini, 29:00.17 Std.
3. Robby Gordon/Johnny Campbell (USA/USA), Hummer, 29:01.03 Std.
4. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D), Imperial Toyota, 29:42.45 Std.
5. Leonid Novitzkiy/Andreas Schulz (RUS/D), Mini, 30:42.07 Std.
… Bernhar Ten Brinke/Matthieu Baumel (NL/F), Mitsubishi, 32:39.34 Std.
… Ricardo Leal dos Santos/Paulo Fiuza (P/P) Mini, 33:10.27 Std.

Die Zitate
„Das war die mit Abstand anspruchsvollste Etappe der Dakar bislang. Es gab viel Sand und etwa 20 Kilometer lang viele Dünenquerungen. Auch die Navigation war heute extrem schwierig und man brauchte hier und da etwas Fantasie, um den richtigen Weg zu finden. Deshalb haben sich heute auch einige Konkurrenten verfahren. Wir konnten Zeit gutmachen, obwohl wir nach wie vor damit zu kämpfen haben, dass wir weniger Leistung und Drehmoment haben als die Favoriten.“ (Dirk von Zitzewitz nach der zehnten Rallye-Dakar-Etappe)

„Eine extrem anstrengende Etappe, auf der man sehr auf der Hut sein musste. Zu Beginn musste man wegen der Steine aufpassen und es gab wieder Fesh-Fesh-Sand ohne Ende. Die Dünenquerungen waren auch nicht ohne, denn bei dem herrschenden Licht waren die Dünenkuppen optisch schwer auszumachen. Dirk hat heute mit der Navigation alles perfekt gemacht – alles in allem können wir sehr zufrieden sein.“ (Giniel de Villiers nach der zehnten Rallye-Dakar-Etappe)

Die Bilder

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Vorschau: Das bringt die Rallye Dakar

12. Januar 2012, Etappe 11, Arica–Arequipa Erstmals in der Geschichte der Rallye Dakar ist Peru Gastgeberland und damit die 27. Nation, durch die die legendäre Wüstenrallye führt. Auf der elften Etappe überquert die Rallye Dakar die Grenze zwischen Chile und Peru und liefert damit ein zweites, herausragendes Erinnerungsstück im Pass der Teilnehmer: Die Behörden machen seit den vergangenen drei Ausgaben die Grenzübertritte stets mit einem speziell für die Rallye angefertigten Stempel amtlich – ein weltweites Unikum. Auch die Wertungsprüfung selbst bietet einzigartiges: Mit 77 Stundenkilometern Schnitt entlang der 478 WP-Kilometer ist sie die zweitlangsamste der gesamten Rallye. Viel Offroad-Navigation und Querungen von Flussbetten prägen diesen Abschnitt.

Dirk von Zitzewitz: „Eine komplett neue Etappe für uns. Vom elften Tag an leben wir das Dakar-Motto ‚Erwarte das Unerwartete‘ mit erhöhter Wachsamkeit. Ich erwarte eine Etappe, die der rund um Antofagasta herum ähnelt – mit sehr trockenem und staubigen Boden, Steinen und Geröll. Wir müssen hier bei der Navigation aufpassen, aber auch, das Auto nicht bei einer Unachtsamkeit zu beschädigen. Der Tag zuvor war hart, eventuell wird dieser Abschnitt etwas zum Durchatmen.“
Verbindung: 90 Kilometer – Wertungsprüfung: 478 Kilometer – Verbindung: 31 Kilometer

Die Rallye Dakar im TV
Mittwoch, 11. Januar 2012
23:00–23:45 Uhr, EuroSport, 10. Etappe: Aufzeichnung vom Tage

Donnerstag, 12. Januar 2012
00:45–01:30 Uhr, EuroSport, 10. Etappe: Aufzeichnung vom Tage (Wiederholung)
08:30–09:15 Uhr, EuroSport, 10. Etappe: Aufzeichnung vom Tage (Wiederholung)
12:30–13:15 Uhr, EuroSport, 10. Etappe: Aufzeichnung vom Tage (Wiederholung)
19:15–19:45 Uhr, EuroSport, 11. Etappe: Interviews aus dem Biwak (live)
22:15–23:00 Uhr, EuroSport, 11. Etappe: Aufzeichnung vom Tage

Freitag, 13. Januar 2012
00:45–01:30 Uhr, EuroSport, 11. Etappe: Aufzeichnung vom Tage (Wiederholung)
19:00–19:30 Uhr, EuroSport, 12. Etappe: Interviews aus dem Biwak (live)
22:15–23:00 Uhr, EuroSport, 12. Etappe: Aufzeichnung vom Tage

4 Responses to "Mr. und Mr. Zuverlässig: Underdogs wieder Dakar-Vierte"

  1. Rainer Voigt sagt:

    Hey Dirk. Wann hast du Zeit für diesen wunderbaren Bericht??

  2. Montie sagt:

    Super! Und das mit einem neuen Auto. Weiter so. Kick die Minis und den Hummer in den Mors…..

  3. Joe sagt:

    Hi Dirk, Ihr seid einfach die Besten !
    Jetzt weiter so, ich drück´ Euch die Daumen und glaube, dass es für Euch auch bis ins Ziel so prima läuft.

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