Rally Dakar Etappe 10

Konstant in Richtung Dünen: Die Three-O-One festigt zweiten Gesamtplatz

 

 

 

 

La Rioja, 15. Januar 2013 Nach ihrem Sprung auf Platz zwei in der Gesamtwertung der Rallye Dakar 2013 am Montag haben Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz auf der zehnten Etappe ihre hervorragende Ausgangsposition sogar noch verbessern können. Mit einem Abstand von 6:32 Minuten auf ihre Verfolger Leonid Novitskiy und Konstantin Zhiltsov im X-raid-Mini gestartet, bauten der Südafrikaner und sein deutscher Co-Pilot ihren Vorsprung auf dem Weg ins Tagesziel in La Rioja weiter aus. Aktuell liegt das Duo im Toyota Hilux „made in South Africa“ 16:02 Minuten vor den Drittplatzierten und 52:38 Minuten hinter Stéphane Peterhansel und Jean-Paul Cottret, die – ebenfalls in einem Mini – das Fahrerfeld anführen.

Vom Etappenstart in Córdoba führte die Prüfung nach einem kurzen Verbindungsstück über 353 gewundene Streckenkilometer, garniert mit zum Teil schnellen Passagen im Stile einiger Rallye-WM-Prüfungen, nach La Rioja. Hier zeigte das Sieger-Duo von 2009 in ihrem Toyota Hilux Konstanz. An allen Zeitnahmepunkten rangierte die südafrikanisch-deutsche Co-Produktion unter den vier schnellsten Fahrerteams. Ein Tag, mit dem „Ginny“ und „Schnietz“ vollauf zufrieden sein können, bevor es am zwölften „Dakar“-Tag auf der Klassiker-Etappe in Richtung Fiambalá wieder in die feinsandigen Dünen geht. Hier ist erneut volle Konzentration gefragt.

 

 

Die Zitate

 

„Nach dem spannenden Montag haben wir es heute ruhig angehen lassen. Das war ein gutes Gefühl, denn schon morgen geht es wieder in die Vollen, wenn die Dünen von Fiambalá anstehen. Obwohl wir heute einige Zeit im Staub hinter Robby Gordon festhingen, sind wir froh, dass wir den Abstand auf Platz drei vergrößern konnten. Das gibt uns Rückendeckung.“

Giniel de Villiers über Etappe 10

 

„Mit dem heutigen Tag können wir sehr zufrieden sein. Die Navigation war vergleichsweise einfach, so dass wir konstant durch die Prüfung fahren konnten. Auf der elften Etappe in Richtung Fiambalá kennen wir uns gut aus, so dass wir zuversichtlich sind, auch den Mittwoch erfolgreich beenden zu können. Noch dazu haben wir eine gute Startposition. Das macht vieles leichter.“

Dirk von Zitzewitz über Etappe 10

 

 

Das Ergebnis: Rallye-Dakar-Gesamtwertung nach Etappe 10

 

  • 01. Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret (F/F), Mini, 28:12.00 Std.
  • 02. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D), Toyota, 29:04.38 Std.
  • 03. Leonid Novitzkiy/Konstantin Zhiltsov (RUS/RUS), Mini, 29:20.40 Std.
  • 04. Nani Roma/Michel Périn (E/F), Mini, 29:46.04 Std.
  • 05. Orlando Terranova/Paulo Fiuza (ARG/PRT), BMW, 30:10:49 Std.

 

 

 

Das kommt: Vorschau auf Etappe 11

La Rioja–Fiambalá

(Verbindung: 256 km, Prüfung: 219 km, Verbindung: 6 km)

Fiambalá – die Königin, der Klassiker. Bisher hatte jede in Südamerika ausgetragene „Dakar“ diese Etappe im Programm. Dirk von Zitzewitz sagt: „Die Fiambalá ist immer ähnlich. Sie ist extrem schwer – und je nach Wetterlage noch schwerer.“ Nach den jüngsten Streckenabschnitten durch das sogenannte „Herz Argentiniens“ mit zahlreichen Waldpassagen und zum Teil schnellen Pisten kehren auf der elften Etappe die Dünen zurück. Mit extrem weichem Sand geht es ab Prüfungskilometer 75 auf bis über 2.000 Meter über Normalnull hinaus. Eine Tortur für Mensch und Maschine. Doch zuvor müssen die Fahrer-Crews noch ihren Weg durch ein Labyrinth von Canyons finden. Nach den mit Dünen bedeckten Bergen folgen extrem steinige, kantige und trockene Flussbetten, bevor die Route in eine etwas ruhigere Ecke der argentinischen Hochebene führt und das Ziel in Sicht kommt. Giniel de Villiers: „Die Prüfung ist nur 219 Kilometer lang. Und doch ist sie die am meisten gefürchtete der ‚Dakar‘. Auch wegen der mörderischen Hitze, die hier gewöhnlich herrscht. Bis zu 40 Grad Celsius kann es heiß werden.“

 

 

Three-O-One, Fahrtrichtung links: Giniel de Villiers

 

Wenn es eine Vielseitigkeitsauszeichnung im Motorsport geben würde, Giniel de Villiers wäre ein heißer Kandidat auf den Sonderpreis für das Lebenswerk. Der sympathische und bodenständige Rennfahrer aus Stellenbosch/Südafrika feierte fünf nationale Meistertitel im Tourenwagen-Sport Südafrikas, besiegte dabei unter anderem seinen späteren Teamchef im Volkswagen-Werksteam Kris Nissen und weitere europäische Top-Stars, bevor er in den Marathon-Rallyesport wechselte. Giniel de Villiers bezeichnet sich selbst als „outdoorsy person“, die es stets an die frische Luft zieht. Egal, ob mit dem Jetski oder dem Mountainbike, Giniel de Villiers ist deshalb immer „in Action“. Doch sportlich wie privat ist dabei kluge Besonnenheit ein absolutes Markenzeichen von „Ginny“. Seine Vita weist deshalb auch beim zweiten Karriere-Weg abseits befestigter Straßen und permanenter Rennstrecken Herausragendes aus: Gemeinsam mit seiner Beifahrerin Tina Thörner (S) belegte er mit Volkswagen anno 2006 Rang zwei bei der Rallye Dakar – ein Meilenstein, denn nie zuvor hatte ein Duo mit Diesel-angetriebenem Fahrzeug eine bessere Platzierung erreicht. Ausgerechnet bei der ersten Rallye Dakar außerhalb des Schwarzen Kontinents gelang 2009 der absolute Durchbruch, unterstützt von Co-Pilot Dirk von Zitzewitz: Gemeinsam feierte das Duo einen historischen Erfolg: Den ersten Sieg eines Afrikaners, den ersten eines Diesel-Automobils und den ersten in Südamerika überhaupt.

 

Three-O-One, Fahrtrichtung rechts: Dirk von Zitzewitz

 

Er ist nicht nur sprichwörtlich als Navigator geboren. Dirk von Zitzewitz erblickte das Licht der Welt an dem Ort, der ihm seit Jahren ein sportliches Zuhause ist: auf dem Beifahrersitz. Der aus Ostholstein stammende Co-Pilot gilt als einer der Besten seines Fachs. 2009 gewann er als Beifahrer gemeinsam mit Giniel de Villiers die erste jemals in Südamerika ausgetragene Dakar. Neuland? Für Dirk von Zitzewitz abseits befestigter Straßen der ideale Ort, sein instinktives Gespür zu zeigen, stets den richtigen Weg zu finden. Der Erfolg und sein Renommee in der Szene sind keineswegs Zufall: Schon als Teenager spielte Zitzewitz mit einem Kumpel und einem klapprigen alten Moped „Dakar“. Damals war das Event jung und international unbedeutend, zog den Offroad-begeisterten Norddeutschen jedoch bereits magisch an. Dirk von Zitzewitz gewann 15 Mal den Titel des Deutschen Enduro-Meisters, ehe er dreimal die Dakar auf dem Motorrad bestritt. Seit 2002 ist er mit unterschiedlichen Fahrern als Co-Pilot bei der Mutter aller Wüstenrallyes angetreten. 2012 schloss sich für Zitzewitz der Kreis: Zehn Jahre zuvor war er erstmals im Automobil angetreten – ebenfalls mit einem privat eingesetzten Toyota. 2013 geht die Kombination De-Villiers-von-Zitzewitz-Toyota in die nächste Runde. Dazwischen liegt ein großer sportlicher Erfolg: Insgesamt schlagen zehn Podiumsresultate, davon fünf Siege bei 33 Etappensiegen und 31 Führungstagen im Automobil zu Buche. Damit gehört Dirk von Zitzewitz schon heute zu den erfolgreichsten Marathon-Rallye-Beifahrern aller Zeiten.

 

 

 

Die „Dakar“ im TV

 

Dienstag, 15. Januar 2013

23:15 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2013, 10. Etappe, Aufzeichnung vom Tage

 

Mittwoch, 16. Januar 2013

19:45 Uhr Eurosport 2 Rallye Dakar 2013, 11. Etappe, Interviews aus dem Ziel-Biwak (live)

23:00 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2013, 11. Etappe, Aufzeichnung vom Tage

 

Donnerstag, 17. Januar 2013

19:30 Uhr Eurosport Rallye Dakar 2013, 12. Etappe, Interviews aus dem Ziel-Biwak (live)

 

 

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